Sabbat
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20.-22.12.2015 Chile: Porvenir, Onaisin, Pinguino Rey, San Sebastian

An der Grenzstation auf der Ruta 3 südlich von Rio Gallegos ist alles schnell erledigt, in der eidesstattlichen Zollerklärung von Chile kreuzen wir an, dass wir zu deklariende Waren - dazu gehört rohes Obst, rohes Gemüse, rohes Fleisch, rohe Wurst, Honig, tierische und pflanzliche Artikel - dabei haben. Der Zöllner kommt zur Kontrolle ins Auto, sieht sich den Inhalt von Schubladen und Kühlbox an. Er bietet uns an, die Salamischeiben und den Apfel sofort zu essen - sonst muss er sie wie die Zwiebel und die Knoblauchzehe - wenn wir sie nicht essen wollen - vernichten. Während wir die Salami und den Apfel vertilgen, erklärt er uns freundlich, dass alle ungekochten/ungebratenen landwirtschaftlichen Produkte und Artikel aus Biomaterialien, Erde, Blumen oder Samen... zur Vermeidung von Schädlingsübertragungen nicht über die Grenze dürfen. Kein Problem sind gekochte Eier, gekochtes Gemüse, Kochschinken, gebratenes Fleisch usw., während z.B. Räucherschinken oder Trockengemüse nicht erlaubt ist. Wir machen dem Beamten alle Schränke auf - doch nachdem wir ihm unsere Grußkarte übergeben haben, ist er sehr interessiert an unserer Reiseroute. Insgesamt dauert dieser lockere und dabei schmackhafte und sättigende Grenzübertritt mit dem Essen und Plauschen etwa 40 Minuten.
Nach dem Grenzübertritt finden wir am Atlantik im nordöstlichen Teil der Magellanstraße einen Übernachtungsplatz und fahren morgens weiter nach Punta Delgada. Dort setzen wir an der Engstelle der Magellanstraße mit der Fähre nach Puerto Espora über. Während wir bei ruhigem Wasser die Magellanstraße queren, begleiten einige Tonina-Delfine die Fähre.

Wir sind nun auf der chilenisch/argentinischen Inselwelt der Isla Grande de Tierra del Fuego - der Hauptinsel des 73.500 km² großen Feuerland - angekommen. Weiter fahren wir über eine schlechte Piste am Südufer der Magellanstraße und können wieder einige Tiere in der nun etwas grüneren Natur beobachten. Guanacos weiden in der Steppe und ein Fuchs, der gerade den Winterpelz abstreift und zum Sommerfell wechselt, jagt nach Mäusen. Und mittendrin in der Landschaft steht ein Wohnmobil auf feuerländische Art - ein Pickup mit einer Wellblechhütte auf der Ladefläche.
Vor Porvenir nehmen wir die Abzweigung zu einem Naturpark mit mehreren Lagunen. An diesen Lagunen sollen Zugvögel überwintern. In dieser Jahreszeit ist die Vogelwelt allerdings nicht sehr zahlreich vertreten - wir sehen aber entfernt einige rosa Flamingos. Uns gefällt auch die hügelige, grüne Landschaft mit dem kontrastreichen blauen Lagunen sehr.
Porvenir ist ein kleines Städtchen mit Fährhafen nach Punta Arenas, wir werden hier daran erinnert, dass bald Weihnachten ist: viele Bäume im Ort sind weihnachtlich geschmückt, darunter sind kleinen Geschenkkartons drapiert. In vielen Fenster sind weihnachtliche Dekorationen zu sehen. Unsere Bemühungen aus dem Geldautomaten der Bank Geld zu ziehen, waren erfolglos - ein Angestellter meinte "keine Visakarte". Am Strand neben einer Austellung von alten landwirtschaftlichen Geräten haben wir einen ruhigen Stellplatz für die Nacht. Am Morgen suchen wir ein Internet, Doris erhält in einem Laden den Tipp: am Stadtpark. Dort versuchen wir es, doch das Login dauert sehr lange. Wir sprechen schon einige Zeit mit einem jungen deutschen Radler, als es nebenbei endlich funktioniert. Der Radler hatte nach vielen Versuchen am gleichen wir wir Geldautomaten Bares holen können, so dass Doris es auch noch einmal auf Anhieb erfolgreich probiert.

Weiter geht es nun bei leichtem Nieselregen auf einer alten Goldgräberstraße an der Bahia Inutil in Richtung Onaisin. Hier gibt es den Parque Pingüino Rey - die einzige Kolonie von Königspinguinen auf dem Festland von Südamerika. Dort treffen wir auf Bernd aus dem Märkischen Kreis, der für zwei Jahre unterwegs sein will und hier auf schöneres Fotowetter wartet. Der alte rote Schweizer Allrad-Mercedes-Kastenwagen (Annina + Pascal) scheint unbewohnt - es ist keine Bewegung auszumachen.
Da wir am nächsten Tag bereits weiter wollen, gehen wir sofort in den privaten Park. Er ist mit 12000 chilenischen Peso (ca.15,50€) p.P. sehr teuer. Wir hoffen aber, dass wir damit die Erforschung der Fortpflanzungsprobleme der Königspinguine hier unterstützen: es werden zwar Eier gelegt, aber das Brüten ist erfolglos.
Mit Bernd ergeben sich interessante Gepräche, sodass wir zwischendurch seine chilenischen Bratwürste braten, unsere Nudeln mit Roquefort-Soße kochen und gemeinsam essen. Danach gehen wir zusammen auf ein Gläschen Wein zu den beiden Franzosen, die sich mit ihrem Mobil mit absetzbarer Alkovenkabine dazugesellt haben.
Am Morgen ist das Wetter sehr gut - man lässt Bernd aber nicht vor der offiziellen Öffnung um 11 Uhr hinein. Wir vermuten, dass die Pinguine noch beim morgendlichen Fischfang im Wasser sind.
Nun machen wir uns auf den Weg nach San Sebastian, dem Grenzübergang zum argentinischen Teil der Isla Tierra del Fuego. Die Grenzabfertigung geht wieder sehr zügig - auf Seiten von Chile die Ausreisestempel abholen, das Zollpapier für das Auto abgeben und dann über etwa 14km übelste Piste weiter durchs Niemandsland zum argentinischen Grenzbüro. Auch hier geht alles glatt und zügig, die Argentinier interessieren sich nicht für unsere Lebensmittel.

20.-22.12.2015: zur DiaShow...


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