Sabbat
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2.-6.12.2015 Argentinien: Cabo Dos Bahias, Camarones, Bahia Bustamente, Rada Tilly, Lago Musters

Heute ist das Cabo dos Bahias unser erster Anlaufpunkt. An diesem Kap der zwei Buchten gibt es eine kleine Kolonie von Magellanpinguinen, die touristisch noch nicht so überlaufen ist - die Zufahrt ist noch nicht gut ausgebaut. Auf einer vorgelagerten Insel sind Seelöwen zu sehen - für gute Fotos allerdings zu weit entfernt. Wir sind im eintrittsfreien Park die einzigen Besucher neben einer Gruppe von Biologen, die die Bruthöhlen mit Gelegen markieren. Es sind neue metallene Laufstege und Aussichtsplattformen installiert, die normalen Besucher dürfen nicht zwischen den Nestern laufen. Viele Nester sind hier in den kahlen, schattenlosen Erdboden gegraben und liegen teilweise sehr dicht am Steg. So können wir auch einige Pinguinküken mit ihrem graubraunen Fell sehen. Neben der Pinguinkolonie gibt es hier auch ein paar Aussichtspunkte, deren Zufahrt stellenweise zwar sehr rau ist, aber einen sehr guten Überblick über die zerklüftete Felslandschaft der zwei Buchten bieten. Einige große Guanacoherden runden das Bild des Parks ab. Zur Übernachtung fahren wir an einen Strand bei Camerones.
Etwas weiter südlich liegt die Bahia Bustamente mit einer Estanzia, die heute vom Algenabbau und vom Tourismus lebt. Es werden Cabanas und Zimmer vermietet und Landy- oder Bootstouren angeboten, das Übernachten in Wohnmobilen ist kostenlos.
Uns wurde die Bootstour für 50US$ p.P. von anderen Reisenden sehr empfohlen, so dass wir zusammen mit den Wiener Toyota-Fahrern, die kurz nach uns ankommen, danach fragen. Der Wellengang ist heute aber zu hoch - so trinken wir mit den Wienern noch einen Wein und hoffen auf den nächsten Tag. Am Strand laufen einige scheinbar an Menschen gewöhnte Nandu's auf Futtersuche vorbei, im Meer bei Ebbe auftauchende kleine Riffe dienen Seevögeln als Futterplatz.
Morgens ist die Bootstour am schwarzen Brett zwar offiziell angekündigt, doch auch heute ist der Seegang zu stark. So fahren wir nach dem Frühstück auf der Piste P1 weiter gen Süden in Richtung Comodore Rivadavia. Raues Land und raue Piste - wir brauchen für die 80km etwa zweieinhalb Stunden. Teils queren wir trockene Flussbetten - teils führt der Weg über festen Sand. Als es auch noch Regen und etwas Nebel gibt, wird die Fahrt doch anstrengend.
In Comodoro Rivadavia tanken wir, arbeiten im Internet und fahren dann zum Vorort Rada Tilly, wo wir zufällig an einer Wäscherei vorbeifahren und spontan unseren Sack mit Schmutzwäsche abgeben. In Rada Tilly wohnen scheinbar gut verdienende Mitarbeiter der Ölkonzerne, die hier in der weiteren Umgebung große Erdölfunde ausbeuten. Ein Haus ist sogar moscheeartig mit blauen Kuppeldächern gebaut. Oberhalb auf der Steilküste gibt es einen kleinen Naturpark mit Blick über den Ort. Hier beobachten wir sehr zutrauliche Füchse und nehmen unser Abendessen ein, bevor wir zur Übernachtung an die Strandpromenade hinunter fahren. Am nächsten Tag sehen wir uns den Ort und den Campingplatz an, machen Strandspaziergänge und laden am quälend langsamen Internet der Touristen-Information eine Bestellung von Fotokalendern als Weihnachtsgeschenk in Deutschland hoch. Die Wäsche kann auch abgeholt werden und wir übernachten wieder an der Strandpromenade.
Vor der Weiterfahrt treffen wir an der Supermarktkasse die Schweizerin Regula, die mit Jörg und ihrem VW LT28 unterwegs ist. Wir hatten uns bereits ganz am Anfang im uruguaischen Paraiso Suizo kurz getroffen, kamen uns zwar bekannt vor, konnten unsere Gesichter aber nicht zuordnen. Am Nachmittag fahren wir dann weiter in Richtung Sarmiento und stellen uns an den schön von Bergen umrahmten See Lago Musters. Hier haben wir sehr starken Wind - das ist eben das herausragende Wetterphänomen von Patagonien.

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7.12.2015 Argentinien: Sarmiento, Bosque Petrificados, Rada Tilly Bucht

Nach dem Frühstück am Lago Musters waschen wir kurz den Staub vom Auto und fahren zum ca. 30km südlich von Sarmiento gelegenen versteinerten Wald Bosque Petrificados José Ormalchea. Die letzten 15 Kilometer vor dem Park sind zwar nur Schotterpiste, sie führen aber durch ein landschaftlich sehr schönes Gebiet. Zunächst sind links und rechts noch teils sumpfige Wiesen - dann wechselt es zu einer trockenen, wüstenartigen Steppenlandschaft. Je näher wir den kahlen Hügeln am Horizont kommen, desto mehr leuchten sie in unterschiedlichen Farben. Am Park selbst sind die Hügel bizarr geformt. Der Ranger startet zur Einführung einen Film und gibt uns einige Hinweise zur Entstehungsgeschichte und den Wegen durch den "versteinerten Wald". Die versteinerten Bäume sind ca. 60-70 Millionen Jahre alt, wuchsen aber nicht hier, sondern wurden angespült und von Sedimenten bedeckt, sind dann durch chemische Prozesse versteinert und durch Bodenerosion freigelegt. So stecken einge Bäume noch in den bizarr ausgewaschenen Felswänden und überall liegen Baumteile und versteinerte Holzsplitter. Manche Baumstücke sehen mit der Rinde und den Jahresringen aus wie frisch gesägt, erst beim Anfassen wird die kristalline Struktur deutlich.
Aber hier sind nicht nur die Versteinerungen sehenswert - sondern die ganze Hügellandschaft bietet eine wunderschöne Kulisse. Auf meine Frage an den Ranger, ob es den guten Einführungsfilm im Internet gibt, bekommen wir den Hinweis, dass eine DVD bei der Touristeninformation in Sarmiento erhältlich ist. Auf dem Rückweg müssen wir dort wieder sowieso wieder vorbei, weil die auf unserer Karte nach Süden führende Strasse laut Ranger nicht befahrbar ist. Wir bekommen die Werbe-DVD sogar kostenlos und sehen uns noch ein wenig in Sarmiento um. Dann geht es zum Übernachten wieder zurück zur Ostküste in eine Bucht mit Steilküsten südlich von Rada Tilly. Dort stehen auch schon Francoise und Dirk, sodass wir wieder einmal Info's austauschen können.

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8.12.2015 Argentinien: Ramón Santos, Caleta Olivia - Neugeborener Seelöwe

Wir machen morgens in der Bucht bei Ramón Santos südlich von Rada Tilly noch einem Strandspaziergang - es ist gerade Gezeitenwende von Ebbe nach Flut. Starker Wind sorgt für spritzende Gischt auf den sehr hohen Wellenkämmen. Mit jeder Minute wird der bei Ebbe gerade noch freiliegende Meeresboden stärker überspült. Die Flut drängt mit Macht über die Muschelbänke und algenbesetzten Felsen, der flache Sandstrand wird sehr schnell zu einer schäumenden Wasserlandschaft. Mit diesen schönen Eindrücken und Bildern im Kopf fahren wir weiter in Richtung Caleta Olivia, wo sich eine Seelöwenkolonie direkt an einem Strandparkplatz niedergelassen haben soll. Direkt in Caleta Olivia an der Promenade machen wir eine Kaffeepause und noch einen Tankstop bei einer Tankstelle direkt am Denkmal für die Erdölarbeiter. Etwas südlich finden wir dann den großen Parkplatz direkt am Strand mit der "Loberia", der Seelöwenkolonie.
Hier wachen sehr viele pelzige Seelöwenmännchen - deutlich an der Löwenmähne erkennbar - über ihren Harem und ihren Nachwuchs. Es gibt oft Beissereien um Nebenbuhler abzuwehren, andererseits aber auch neckische Spielchen bei denen an der Fettschicht des Partners gezogen wird. Immer wieder kommen uns Vergleiche mit menschlichen Gesten in den Sinn - so hält sich eine Seelöwin beim Gähnen die Hand - pardon die Flosse - vor den Mund. Andere reiben die Nasen aneinander oder legen beim Dösen den Kopf oder eine Flosse über den Partner oder Nachwuchs.

Einer Seelöwin stubst ihr gerade neugeborenes Junges mit dem "Mutterkuchen" leicht an und hebt es vorsichtig hoch. Nachdem das Neugeborene sich bewegt, ist die Mutter beruhigt und ruht sich etwas aus. Sie wacht aber darüber, dass in diesem Getümmel kein Tier ihrem erschöpften Jungen zu Nahe kommt. Es ist sehr schön, so etwas aus nächster Nähe miterleben zu können.

Insgesamt gibt es in dieser Seelöwenkolonie sehr viel Bewegung durch Machtgerangel der Männchen. Aber auch unvorsichtige Beobachter, die schnell den kleinen Abhang herunterschlittern, erschrecken die Tiere häufig. Sie reagieren dann fauchend oder durch Flucht ins Wasser. So wird auch verständlich, warum bei den Tier-Beobachtungsstellen immer mehr Restriktionen gemacht und Absperrungen eingerichtet werden.
Nach diesen einzigartigen Erlebnissen fahren wir noch drei Buchten weiter zum Übernachten.

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9.-10.12.2015: Argentinien: Puerto Deseado

Nach dem Frühstück geht es wieder einmal über endlos erscheinende, gerade Straßen in Richtung Puerto Deseado. Hier mündet der Fluß Deseado ins Meer, doch das Meer drückt das Salzwasser ca 40 km weit ins Inland. So hat sich hier in der breiten Flußmündung mit kleinen Inseln und Steilufern ein Paradies für Seevögel entwickelt - es brüten hier sehr viele verschiedene Arten.
Im Dorf kaufen wir Brot und Kuchen bei der "besten" Bäckerei des Ortes gegenüber von einem alten Eisenbahnwaggon - einem Musemsstück. Bei Darwin Expeditiones erkundigen wir uns nach den Bootstouren zur Isla Pingüino - einem Lebensraum der Rockhopper-Pinguine. Die nächste Tour wird wetterabhängig voraussichtlich erst am Freitag stattfinden und die sehr freundliche Roxanna gibt uns Hinweise auf ein WiFi für Internet im Dorf.
So suchen wir uns zunächst einen Stellplatz an der Uferstraße der Flußmündung zum Kaffeetrinken und treffen dabei wieder auf Ina und Hans-Jörg mit den drei Hunden. Sie wollen auch hier bleiben und wir können wieder einmal nett plauschen.
Dann geht es nocheinmal ins Dorf, um wieder einmal einige Fotos auf die Webseite hochzuladen. Die Verbindung des Quick-Shops ist aber langsam, so dass wir uns zum Bier ausnahmsweise ein besonderes Abendessen - eine große Portion Pommes Frites - bestellen.
Am nächsten Tag machen wir kleine Spaziergänge und ich spanne den Keilriemen nach, denn jetzt quietscht er auch schon bei warmen Temperaturen. Wir buchen im Dorf die Bootstour und sind erst spät wieder zum Abendessen zurück.

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11.12.2015: Argentinien: Isla Pingüino

Die Ganztages-Bootstour zur Isla Pingüino, die nur bei guter Wettervorhersage und minimal 6 Personen stattfindet, haben wir bei Darwin Expeditiones mit Dolarblue-Kurs gebucht. Die Tour startet um 8:00 Uhr, es ist mit insgesamt 8 Gästen und 2 Schweizer Biologinnen nur eine kleine Gruppe. Die Biologinnen machen die Führung nicht mit - sie wollen für einige Tage auf der Insel bleiben, um das Pinguinleben zu untersuchen.
Die sehr gute und lehrreiche Führung wird von Roxanna durchgeführt und der Schlauchboot-Kapitän ist bei diesem Wellengang sehr geschickt im Umgang mit dem Boot.
Bereits auf der Fahrt durch die Flußmündung gesellen sich zum Boot einige Exemplare der drei hier vorkommenden Delfin-Arten: Tonina-, Bottlenose- und Oscura-Delfine. Sie begleiten uns eine Zeit lang, sind aber meist so schnell, dass nur wenige Fotos gelingen. Der erste Stopp findet an einer Felseninsel statt, wo sich Seelöwen in der Sonne räkeln. Dicht dabei sind immer wieder kleine Seevögel, die sich von ausgeschiedenen Fischresten in den Exkrementen der Seelöwen ernähren. So brauchen sie nicht selbst jagen - gewusst wie oder auch der Faule überlebt...
Auf der Insel können wir wegen hohen Wellengangs nicht an der gewohnten Stelle anlegen, so geht es eine Bucht weiter. Aber auch hier gehen die Wellen hoch und die Klippen sind glitschig. Wir helfen noch den Biologinnen beim Ausladen ihres Proviants und Gepäcks und legen unsere Schwimmwesten in einer kleinen Hütte ab.
Roxanna gibt uns noch einige Verhaltenshinweise und führt uns durch eine Kolonie von Magellan-Pinguinen, die sehr viel in ihren Bodennestern liegen. In den meisten Nestern gibt es inzwischen 1-2 Junge, die mit ihrem braunen Fell wie Plüschtiere aussehen. Dieses Fell legen sie erst ab, wenn die Fütterungsphase beendet ist, ihre Talgdrüsen zum Einfetten des dann schwarzweissen Fells arbeiten und sie das Schwimmen zum Fischfang üben können.
Nach einem kurzen Fußmarsch kommen wir dann zu den in den Felsen lebenden Rockhopper-Pinguinen. Der englische Name weist eindeutig auf ihren Fortbewegungsstil hin, sie hüpfen tatsächlich sozusagen im Schlußsprung von einem Felsen zum nächsten. Sie sind kleiner als die Magellan-Pinguine und tragen eine trendige Frisur. Diese Pinguine legen und bebrüten zwei Eier - ein kleines und ein großes. Das zuerst schlüpfende Junge aus dem kleinen Ei, überlebt meist nicht. Nur das größere Junge hat eine Chance, den Angriffen der gefräßigen Seemöven zu entgehen und bis zur Eigenständigkeit aufzuwachsen. Hier sind erst einige Rockhopper bereits mit dem Brüten fertig, sodass es sowohl Gelege als auch frisch geschlüpfte Küken gibt.
Nun geht es weiter zu einer kleinen Kolonie Seelöwen, wo auch einige See-Elefanten leben. Der Weg dazu führt über eine Ebene, in der viele Möwen in Bodennestern brüten. Sobald wir einem Nester zu nahe kommen, gehen die Möwen zum Angriff auf uns über. Sie machen Sturzflüge auf unsere Köpfe - mit dem Hinweis von Roxanna können wir sie aber durch Hochreissen unserer Arme ablenken. So stolpert die armehochreissende Gruppe unter den Angriffen der Möwen zur Seelöwenkolonie. Hier schleichen wir uns geduckt an, denn die See-Elefanten hier sind sehr scheu und flüchten beim Anblick von Menschen schnell ins Wasser.

Bei der Hütte gibt es dann noch einen Lunch mit belegten Toastbroten, Säften und Obst - gleich nebenan stehen Magellan-Pinguine am Strand und plantschen im Wasser. Ein Austernfischer-Familie macht einen Ausflug am Felsenstrand Der Kapitän holt mit seinem Kanu das Boot und wir preschen mit hoher Geschwindigkeit über die hohen Wellen zurück. Es ist sehr windig und wellig geworden, aber die Fahrt macht Spaß und durch geschickte Fahrmanöver unseres Bootsmannes gibt es kaum Wasserspritzer an Bord.
Für uns hat sich die relativ teure Bootstour sehr gelohnt - sowohl die Beobachtung der Tiere aus nächster Nähe als auch die kompetente Führung ist es uns wert.
Am Nachmittag sitzen wir noch mit Ina und Hans-Jörg zusammen beim Kaffeeklatsch...

11.12.2015: zur DiaShow...Isla Pingüino

12.-14.12.2015: Argentinien: Puerto Deseado

Heute gibt es zunächst ein ausgedehntes Geburtstagsfrühstück für Harry, zu dem wir auch Ina und Hans-Jörg eingeladen haben. Ein langer Spaziergang über den Küstenweg des wild zerklüfteten Ufers - es sieht ein wenig nach der Schärenlandschaft Norwegens aus - sorgt für Bewegung. Nachmittags, beim Einkaufen bemerken wir, dass im Ort auf einem Platz eine Bühne mit großen Lautsprecherboxen für eine Veranstaltung vorbereitet wird. Wir sind neugierig und fahren wir nach dem Abendessen hin und erleben eine Weihnachtsfeier von Einwohnern mit indigener Abstammung.
Das ganze findet vor einem riesigen Wandbild statt, auf dem sich unter Sonne und Condor zwei Indigene die Hand reichen und auf Spanisch und in verschiedenen Dialekten der Ureinwohner steht: "Somos Hermanos Nosotros" - "Wir sind alle Geschwister". Auf einer zweiten Hauswand ist ein großes Gemälde a la Picasso dargestellt.
Es gibt Ansprachen und ein Prediger im Sonntagsanzug hält eine freie, langatmige Weihnachts-Rede. Daraufhin erfolgt noch eine Verlosung, die feierliche Einschaltung des elektrisch beleuchteten Weihnachtsbaumes und ein Open-Air-Krippenspiel. Zur Begleitung spielt ein Schülerorchester mit Posaune, Trompete, Querflöte und Saxophon christliche Weihnachtslieder. Eine junge Band sorgt für flotte Musik, zu der auch getanzt wird. Zu guter Letzt kommt - gemäß der Straßenverhältnisse hier - auf einem PickUp auch noch der Weihnachtsmann mit -frau und Geschenken für die Kinder, die sich wie wohl überall auf der Welt um die besten Stücke rangeln. So klingt ein schöner Tag aus.

Am Tag darauf machen wir mit Ina und Hans-Jörg und den drei wilden Hunden einen langen Spaziergang am Nordende des Ortes, wo bei Ebbe einige Höhlen am Steilufer zu besuchen sind. Abends trinken wir noch zusammen einen Wein und sehen die Ankunft der Schweizer Langzeitreisenden Regula und Jörg mit ihrem orange-weißen VW LT-28.

Wir verabschieden Ina und Hans-Jörg und bereiten unsere Weiterfahrt vor: Tanken, Entsorgen, Einkaufen, Internet - alles dauert etwas länger. Wir beschließen doch noch eine Nacht in dieser schönen Landschaft zu bleiben und laden Regula und Jörg, der auch gestern Geburtstag hatte, zum Wein ein. Doch Regula hat soviel gekocht, dass es auch für uns reicht - der Abend bei ihnen ist sehr unterhaltsam. Zwischenzeitlich haben sich auch noch zwei Wohnmobile, die Schweizer und der Deutsch/Franzose Olli hier eingefunden. Später am Abend kommen auch noch Gabi und Manfred mit dem Füss-Mobil dazu. Nun sieht es hier aus wie auf einem Campingplatz - wir sind froh ein wenig abseits des Gewühls zu stehen.

12.-14.12.2015: zur DiaShow...

15.12.2015: Monumento Natural Bosques Petrificados

Am nächsten Morgen sagen wir den anderen Reisenden kurz Hallo und Auf-Wiedersehen und machen uns auf den Weg. Wir fahren auf der Ruta 3 bis zum Abzweig bei km2074 zum Monumento Natural Bosques Petrificados, einem weiteren versteinerten Wald. Nach etwa 50km Piste erreichen wir am späten Nachmittag den 1954 gegründeten, 15.000 Hektar großen Park, der über einen Rundwanderweg erschlossen ist. Im kleinen Museum kann einiges an Informationen eingeholt werden. So ist dieser Wald mit etwa 150 Millionen Jahren wesentlich älter als der bei Sarmiento. Die größeren Araucarien sind direkt hier durch stürmische Winde umgestürzt und wurden durch Vulkanasche bedeckt. Ein langsamer chemischer Prozeß der Vulkanasche mit Regenwasser hat die Bäume dann kristallin versteinert. Durch Erosion der Bodenschichten liegen sie heute teilweise im Ganzen frei in der halbwüstenartigen Steppe. Unter den jetzt sichtbaren steinernen Bäumen sind vermutlich noch ältere Bäume verschüttet.

15.12.2015: zur DiaShow...

16.-20.12.2015: Argentinien: Puerto San Julian, Buena Piedra, Monte Leon, Puerto Coig, Grenze Chile

Da im Nationalpark Bosque Petrificados nicht übernachtet werden darf, stehen wir kurz davor neben der Straße auf einer kleinen Anhöhe. Dort finde ich auch einige Reste von versteinerten Bäumen, an denen die Struktur recht deutlich wird. Die Nacht ist sehr ruhig - es fahren hier ja nur die Besucher der versteinerten Bäume. Beim Frühstück geniessen wir den Blick über die karge hügelige Landschaft und brechen gegen 11Uhr auf. Unterwegs versuchen wir an Tankstellen Internet zu bekommen - wir können aber nur Mails empfangen und selber nichts senden.
An der Ruta 3 in Richtung Puerto San Julian hat sich ein junges Guanaco in einem Zaun verheddert - die Elterntiere stehen hilflos daneben. Ich halte an und setze zurück, um eventuell zu helfen. Die Elterntiere ergreifen die Flucht über den Zaun, bleiben aber in sicherer Entfernung stehen während auf der anderen Straßenseite eine größere Guanaco-Herde weidet. Das verängstigte Jungtier hat sich so im Stacheldrahtzaun verheddert, daß es ohne Hilfe nicht losgekommen und sicherlich verendet wäre. Ich drücke die Drähte auseinander, bis sich das Jungtier befreien und über die Straße zur wartenden Herde laufen kann - es ist gut, dass jetzt gerade kein Auto kommt.

An der Küste von Puerto San Julian ist eine Seelöwenkolonie "Loberia" auf der Karte verzeichnet. An der ausgewaschenen Felsküste, vorbei an den Ruinen einer ausgebrannten Fischfabrik, einem vor sich hin rostenden Fischkutter und einem verwahrlosten Campingplatz, fahren wir bis zu einem riesigen Kiesstrand. Dort machen uns vergebens auf die Suche nach den Seelöwen und fahren wieder hoch auf die Steilküste.
In der Nähe dieser Stelle standen während unserer Vorbeifahrt schon Ina, Hans-Jörg und die drei Hunde. Als wir unser Wohnmobil auch dort für die Nacht abstellen, gibt es große Freude bei Hans-Jörg. Er hat bei seiner Wette mit Ina, dass wir hier nächtigen wollen, ein Gulaschessen gewonnen.
Ina nennt uns den Weg zur Loberia - die Seelöwen sind nur an einer Stelle auf der Steilküste aus großer Höhe zu sehen. Kurz davor erhaschen wir noch einen Blick auf graue Kormorane - hier passt die englische Bezeichnung "Red-legged Cormorants = Rotbeinige Kormorane" viel besser. Sie bauen ihr Nest (nido) hoch oben an der Steilküste auf den ausgewaschenen Rippen des Sedimentgesteins und haben Mühe, sich bei diesem starken Wind auf dem Gestein zu halten. Im Gegensatz zur großen Häufigkeit in Chile und Peru gibt es in Argentinien von dieser Kormoranart nur etwa 1100 Paare und im später besuchten Nationalpark Monte Leon sind nur 5 Nester registriert.
Auf der Fahrt nach San Julian zum Einkaufen, Internet suchen und Kaffetrinken an der Promenade bei einer Museums-Kogge, sehen und riechen wir wieder einmal Argentiniens Müllproblem. Die Müllkippe brennt teilweise, es stinkt ziemlich stark und vom Winde verwehte Plastiktüten hängen massenweise am Zaun. Die vielen über den Zaun geflogenen Tüten sieht man in der näheren und weiteren Umgebung. Die nachgebaute Kogge scheint mit ihren überall platzierten Seemanns-Figuren eher für Kinder zu sein. Daneben gibt es im Ort wieder einmal eine große Malvinas-Gedenkstätte und ein Kampfjet ist als Heldendenkmal aufgestellt.
Abends treffen wir uns auf einem anderen Stellplatz an der Bucht nochmals mit Ina und Hans-Jörg für eine Weinprobe.
Am folgenden Tag kommen wir mit dem Wohnmobil bis zum weihnachtlich geschmückten Buena Piedra zu einer Zwischenübernachtung. Auch dieser Ort hat eine sehr große gepflegte Malvinas-Gedenkstätte aus riesigen polierten Granitsteinen. Bei unserem schönen Stellplatz am Fluß macht uns ein Argentinier darauf aufmerksam, dass die erwartete hohe Flut hier für Überschwemmungen sorgen könnte. Deshalb ziehen wir auf einen Nachtplatz in einer ruhigen Seitenstraße um.

Nationalpark Monte Leon - Magellan-Pinguine, Seelöwen und Puma's sollen hier leben. Beim Anblick der Puma-Warnschilder übt Doris schon mal das empfohlene Verhalten: Größe vortäuschen durch Hochstrecken der Arme. Wir haben leider keinen Puma vor die Kamera bekommen - hat Doris ihn verschreckt?
Die Beobachtungspunkte der Magellan-Pinguine sind über Stege leicht erreichbar - die Pinguine brüten teilweise auch dicht am Steg. Die im Meer schwimmenden Pinguine bilden vor ihren Jungtieren scheinbar eine Abwehrkette gegen die Kormorane, die ein verendetes Tier im Wasser verspeisen. An einem anderen Punkt führen die Stege zu einer Sedimentklippe - die Seelöwen sind auf der vorgelagerten Felsenspitze relativ weit entfernt.
Da der Campingplatz im Park Monte Leon nicht direkt am Meer liegt, die Sanitäranlagen bescheiden sind und er ziemlich teuer ist, will ich nicht dort bleiben. Eine Rangerin sagt uns bei der Vogelinsel, dass wir den Park innerhalb der nächsten halben Stunde verlassen oder auf dem Camping bleiben müssen, denn es ist Regen angesagt. Dann sind die aufgeweichten, schlammigen Pisten auch mit Allrad kaum noch befahrbar.
Ich steuere daher Puerto Coig an, dass in unserer Fahrtrichtung gen Süden auf einer Nebenstrecke der Ruta 3 liegt. Dort gibt es keinerlei Infrastruktur - wir stehen ganz allein am langen Kiesstrand. Etwas weiter sind einige Mauerreste dürftig umzäunt. Hier stehen auch Hinweistafeln zur historischen Bedeutung - diese erschließt sich uns auf Grund unserer geringen Sprachkenntnisse jedoch nicht. Vielleicht haben die abgelaufenen Wanderschuhe - teilweise mit Tesafilm geflickt - unter den Hinweistafeln eine Bedeutung?
Morgens sehen wir uns noch einige naheliegende, ungepflegte Grabstellen an und können eine Nandu-Mutter mit ihren Küken beobachten. Heute haben wir auch das Glück, einen Mara - einen argentinischen Pampashasen - im Sitzen fotografieren zu können. Sonst sind sie so scheu, dass wir nur die Hinterläufe zu sehen bekommen. In Deutschland sieht man diese Tiere manchmal auch - dann aber nur mit abgezogenen Fell in der Tiefkühltruhe von Supermärkten...
Die von Puerto Coig nach Süden weiterführende Piste ist gesperrt, sodass wir die 30km auf der nördlichen Strecke wieder zurück müssen - Pech gehabt.
Unterwegs trinken wir an der Promenade von Rio Gallegos Kaffee, essen wegen der kommenden Grenzkontrolle unser restliches frisches Obst als leckeren Obstsalat und fahren kurz vor der chilenischen Grenze noch zur Laguna Azul - zur Blauen Lagune. Dieser wassergefüllte Vulkankrater ist als Geologisches Provinz-Reservat geschützt, hat aber eher grünes als blaues Wasser.

16.-20.12.2015: zur DiaShow...


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